9. Ganztagsschulkongress erfolgreich

GTS-K-RLP

Unter dem Motto „Bildung für mehr! Ganztagsschule der Vielfalt“ fand am 21. Und 22. September in Berlin im Rahmen des Programms „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ der 9. Ganztagsschulkongress des BMBF und der KMK in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung unter reger Rheinland-Pfälzer Beteiligung statt.

Zwei Tage lang setzten sich Lehrkräfte, Schulleitungen, Eltern, Schüler und Verwaltungsvertreter mit Fragen rund um das Thema Vielfalt in der Ganztagsschule auseinander. In Vorträgen und Workshops  ging es um Fragen zum Umgang mit individuellen Stärken und der Verwirklichung des gleichen Rechts auf Bildung aller Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer Behinderung oder ihren sozialen, nationalen und kulturellen Hintergründen.

So wies Frau Quennet-Thielen, Staatssekretärin im BMBF, in ihrem Grußwort auf die Bedeutung des Themas hin und kündigte an, in Abstimmung mit der KMK die Lehrerbildung zu intensivieren und praxisbezogener zu gestalten. Sie betonte die Rolle der Teamarbeit, wenn Schulen sich zu inklusiven Schulen entwickeln wollen. Ties Rabe, Präsident der KMK und Hamburger Bildungssenator berichtete in seiner Rede über Hamburger Erfahrungen bei der Veränderung der schulischer Angebote und die Erkenntnis, dass es wichtig und richtig sei, auf Freiwilligkeit und Elternwille zu setzen, auch wenn der Prozess vielleicht etwas länger dauern würde.

Professor Dr. Karsten Speck von der Universität Oldenburg unterstrich in seinem interaktiven Themenaufriss die Notwendigkeit entsprechender Rahmenbedingungen, die Fort- und Weiterbildung des pädagogischen Personals sowie die Entwicklung der richtigen Einstellungen – auch bei den Eltern. 

So ließ er zu Beginn der einzelnen Teilthemen das Publikum abstimmen, auch wenn dieses offensichtlich und erfreulicherweise sehr fortschrittlich votierte und somit eher nicht repräsentativ gelten kann. So befürworteten z.B. 74,5%  die Frage, ob ein gemeinsamer Unterricht für alle Schüler geschaffen eingeführt und die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden sollten. Unter anderem ging er auch auf die Herausforderungen durch den mit der UN-Behindertenkonvention geschaffenen Rechtsanspruch auf individuelle Förderung ein.

Wie in jedem Jahr waren aus allen Bundesländern gute Beispiele gebende Ausstellerschulen vor Ort. Am Stand der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Rheinland-Pfalz stellten in Absprache mit dem MBWWK die Freie Montessorischule Landau mit ihren reformpädagogischen Ansätzen und die Kurfürst-Balduin-Schule mit den Schwerpunkten Berufsorientierung und Integration aus Trier ihre Konzepte und Ansätze auf dem Weg zu einer inklusiven Schule vor.

Beim schon zur Tradition gewordenen Sektempfang der Serviceagentur Rheinland-Pfalz, bedankten sich Frau Wichmann, Programmleiterin bei der DKJS, Frau Koch, Schulaufsichtsbeamtin bei der ADD Trier und Herr Tramm von der Serviceagentur für das Engagement aller Rheinland-Pfälzer Teilnehmer, Schulen in Richtung inklusiver Schulen zu entwickeln.

Autor: Jürgen Tramm