Mit uns... Mehr Demokratie Landau I

Mehr Demokratie… Mit einem Teamtraining für die Schüler/innenvertretung

Die Freie Montessori-Schule Landau ist ein Musterbeispiel für eine Schule, die ihren Schülerinnen und Schülern Mitbestimmungsrechte gewährt und sie dabei unterstützt, demokratische Kompetenzen zu erlangen. Ihre Erfahrungen gibt sie im Netzwerk der Modellschulen für Partizipation der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ an andere interessierte Schulen weiter und forciert eine stetige eigene Weiterentwicklung.

Ihr aktuelles Vorhaben ist die Stärkung der Schülervertretung. Zur Unterstützung wandte sich die Schule deshalb an die Serviceagentur „Ganztägig lernen“, die mit ihrem Projekt „Mit uns… Mehr Demokratie“ die Stärkung der Schülerpartizipation an Ganztagsschulen unterstützt. Praxisbezogene Hilfe kam mit einem Workshop am 10.03.08, den Sappho Beck und Josef Blank (beta - Die Beteiligungsagentur) an der Schule durchführten. In einem achtstündigen Teamtraining zeigten sie den gewählten Schülervertretern Wege auf, wie sie die gemeinsamen Aufgaben im Team angehen können.

In verschiedenen Spielen und Übungen sollten sich die Teilnehmer zunächst besser kennen lernen: In zwei Durchgängen interviewten sie sich gegenseitig. Im Anschluss stellten sie ihre verschiedenen Interessen und Kompetenzen vor.

Danach wurde die Zusammenarbeit im Team trainiert. „Viele Projekte von Schülerinnen und Schülern scheitern, weil es den Beteiligten schwer fällt, selbstständig als Team zusammen zu arbeiten“, so Josef Blank. Zwei Teams erhielten die Aufgabe, mit Karton, Klebstoff und Schere einen Turm zu bauen, der mindestens 75 cm hoch sein sollte und frei stehend einen Filzstift tragen konnte. Nach 45 Minuten hatten beide Gruppen einen mehr oder weniger geraden Turm gebaut, der die Anforderungen erfüllte. Das war nicht immer einfach - die Fragebögen des dritten Teams, das die Baugruppen bei ihrer Zusammenarbeit beobachtete, waren entsprechend prall gefüllt: Baupläne mussten nach heftigen Diskussionen verworfen werden, Gruppenmitglieder rissen die Führung an sich und Ideen anderer wurden überhört. In einer Gruppendiskussion sprachen sich die Mitglieder der Schülervertretung anschließend aus und entwickelten Kriterien für eine gute Zusammenarbeit im Team. So stellten sie unter anderem fest, dass es im Team wichtig ist, alle Mitglieder mit einzubeziehen, sich gegenseitig zu respektieren, niemanden zu übergehen, gemeinsam zu entscheiden und die Aufgaben innerhalb des Teams klar zu verteilen.
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Einer der beiden Türme der Schülerinnen und Schüler)

Auf dieser Basis entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsame Ziele für ihre Arbeit in der Schülervertretung. Zunächst stellte sich jeder einzelne vor, es wäre sein letzter Schultag. Sozusagen rückblickend überlegten sie, welche Ziele sie mit der Schülervertretung erreichen konnten, wie ihre Mitschüler, die Lehrkräfte und die Schulleitung darüber denken, was sie mit der Gruppe erreicht haben und was sie in einer Abschiedsrede über die Gruppe und ihre Aktivitäten sagen würden. In Kleingruppen leiteten sie daraus gemeinsame Ziele ab, die anschließend im Plenum diskutiert wurden. Die Schülervertretung vereinbarte unter anderem, sich für die Einrichtung eines Pausenraums, die Verschönerung der Schule und die Verbesserung des Zusammenlebens einzusetzen.

Präsentation der Ergebnisse

Basierend auf den anvisierten Zielen begannen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen konkrete Projekte zu planen, mit denen sie diese Vorhaben realisieren könnten. Mit Hilfe von Projektplanungsbögen überlegten sie, worum es bei den Projekten geht, woran sie erkennen können, ob das Projekt ein Erfolg war, welche Probleme es geben könnte, wer sie unterstützen könnte und was ihre ersten Schritte zur Umsetzung sind.

Präsentation der Projektplanung zum Pausenraum

Am Ende waren die Teilnehmer hoch motiviert, diese Projekte umzusetzen. In vier Wochen kommen die Schülerinnen und Schüler wieder zusammen, um mit Unterstützung von Sappho Beck und Josef Blank ihre Fortschritte zu besprechen, ihre Aktivitäten weiter zu planen und sich als Team zu finden.